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Typische Fehler beim privaten Immobilienverkauf und wie Sie sie vermeiden

Symbolbild Immobilien

Ein Verkauf, der nicht gelingt, scheitert selten am Markt. Er scheitert an einer Handvoll Fehler, die sich wiederholen und die alle vermeidbar sind. Meist beginnt es mit einem Preis, der nicht hergeleitet wurde, setzt sich mit fehlenden Unterlagen fort und endet bei Interessenten, deren Finanzierung niemand geprüft hat. Wer diese Punkte kennt, umgeht die überwiegende Zahl der Probleme.

Der Preis ohne Herleitung

Der häufigste und teuerste Fehler ist ein Angebotspreis, der auf Wunsch, Nachbarschaftsgerede oder einem Portalschätzwert beruht. Ein zu hoher Einstieg wirkt harmlos, weil man ja jederzeit reduzieren kann. Tatsächlich ist er der Beginn eines Musters: Das Objekt steht wochenlang ohne ernsthafte Anfragen, wird reduziert, steht weiter, wird erneut reduziert und gilt dann als Problemfall. Am Ende bringt es weniger als ein von Anfang an richtig angesetztes Objekt.

Der Grund ist die Aufmerksamkeit. Die stärkste Nachfrage entsteht in den ersten Wochen, in denen alle Suchenden ein neues Angebot sehen. Diese Phase lässt sich nicht wiederholen. Wer sie mit einem unrealistischen Preis verbrennt, kommt später nur noch an die Reste heran.

Der Spiegelbildfehler kommt seltener vor, kostet aber ebenso. Wer zu niedrig ansetzt, weil er schnell verkaufen will, bekommt zwar viele Anfragen, verschenkt aber Substanz. Ein Objekt, das binnen weniger Tage weg ist, war meist zu billig. Beides vermeidet dieselbe Maßnahme: eine Herleitung des Preises aus Bodenrichtwert, Vergleichsfällen und Zustand, bevor irgendetwas inseriert wird.

Die Fehler bei Unterlagen und Darstellung

Danach folgen die handwerklichen Versäumnisse:

  • Vermarktung beginnen, bevor die Unterlagen vollständig sind, und dann Interessenten wochenlang vertrösten
  • Fotos bei schlechtem Licht, mit unaufgeräumten Räumen oder extremem Weitwinkel, der bei der Besichtigung auffliegt
  • Kein Grundriss, was erfahrene Suchende als Warnsignal lesen
  • Werbetexte voller Superlative statt konkreter Angaben zu Zuschnitt, Ausrichtung und Umfeld
  • Fehlende Pflichtangaben aus dem Energieausweis im Inserat
  • Räume auslassen, insbesondere Bäder und Keller

Jeder dieser Punkte kostet Anfragen oder produziert Besichtigungen mit Menschen, die etwas anderes erwartet haben. Beides ist vermeidbar.

Fehler im Umgang mit Interessenten

Ein Klassiker ist, jeden hereinzulassen, der schreibt. Ohne Vorqualifizierung entstehen Termine mit Nachbarn, Neugierigen und Menschen ohne Finanzierung, während der ernsthafte Interessent auf einen Rückruf wartet. Ebenso verbreitet: Anfragen tagelang liegen lassen. Wer sucht, sieht mehrere Objekte an, und wer nicht antwortet, ist nicht mehr im Rennen.

Ein weiterer Fehler ist mangelnde Distanz. Es ist Ihr Zuhause, und Kritik daran fühlt sich persönlich an. Wer auf Einwände gekränkt reagiert, verliert Käufer, die eigentlich kaufen wollten. Ebenso schädlich ist es, Nachbarschaftskonflikte, Lärm oder anstehende Maßnahmen zu verschweigen: Das kommt heraus, und dann ist die Verhandlung vergiftet.

Rechtliche und organisatorische Versäumnisse

Am Ende lauern die Fehler mit den größten Folgen. Bekannte Mängel verschweigen, in der Hoffnung, der Haftungsausschluss decke alles ab; er greift bei arglistigem Verschweigen gerade nicht. Mündliche Zusagen treffen, die nicht in den Vertrag kommen und später niemanden binden. Den Vertragsentwurf erst im Notartermin lesen, statt die Prüffrist zu nutzen. Übergeben, bevor der Kaufpreis vollständig gezahlt ist. Ohne Übergabeprotokoll übergeben und dann über Zählerstände und Schäden streiten.

Und schließlich der Fehler, der alle anderen verstärkt: unter Zeitdruck verkaufen. Wer ein Datum hat, an dem verkauft sein muss, verhandelt aus der schwächsten möglichen Position, und erfahrene Käufer merken das.

Ein letzter Fehler betrifft die Selbsteinschätzung. Der private Verkauf ist möglich und gelingt regelmäßig, aber er kostet Zeit, verlangt Erreichbarkeit und setzt voraus, dass man Kritik am eigenen Zuhause aushält. Wer beruflich eingespannt ist, weit entfernt wohnt oder emotional stark beteiligt ist, sollte ehrlich prüfen, ob er die Rolle ausfüllen kann. Das ist keine Frage der Fähigkeit, sondern der Umstände.

Fazit

Leiten Sie den Preis her, bevor Sie inserieren. Sammeln Sie die Unterlagen vollständig, machen Sie ordentliche Bilder mit Grundriss, antworten Sie schnell, prüfen Sie die Finanzierbarkeit, legen Sie Mängel offen, nehmen Sie jede Zusage in den Vertrag, nutzen Sie die Prüffrist und übergeben Sie erst nach Zahlung mit Protokoll. Diese Liste ist unspektakulär und verhindert fast jeden misslungenen Verkauf.

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