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Immobilienmakler auswählen: Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen

Einen seriösen Immobilienmakler erkennen Sie nicht am Auftreten, sondern an der Nachvollziehbarkeit. Er erklärt, wie seine Preiseinschätzung entstanden ist, welche Leistungen im Auftrag enthalten sind und welche nicht, und er hält beides schriftlich fest. Wer stattdessen vor allem eine Zahl in den Raum stellt und schnell eine Unterschrift möchte, liefert kein Argument, sondern eine Verkaufstaktik.

Die Preiseinschätzung muss eine Herleitung haben

Der wichtigste Prüfstein ist die Frage, wie der vorgeschlagene Angebotspreis zustande kommt. Eine belastbare Einschätzung stützt sich auf nachprüfbare Quellen: auf Bodenrichtwerte des zuständigen Gutachterausschusses, auf tatsächlich beurkundete Vergleichsfälle aus der Kaufpreissammlung, auf den baulichen Zustand des Objekts und auf die Nachfrage in der jeweiligen Lage. Ein Makler, der diese Grundlagen benennt und Ihnen zeigt, sollte Ihnen lieber sein als einer, der eine besonders hohe Erwartung weckt.

Ein deutlich zu hoch angesetzter Einstieg ist ein bekanntes Muster, um einen Auftrag zu gewinnen. Das Objekt steht dann lange im Markt, wird nach und nach reduziert und gilt am Ende als Ladenhüter. Fragen Sie deshalb offen, was passiert, wenn der Preis sich als nicht durchsetzbar erweist, und wie oft der Anbieter das in der Vergangenheit erlebt hat.

Leistung, Zuständigkeit und Erreichbarkeit

Klären Sie vor dem Auftrag, was genau erbracht wird und von wem. Sinnvolle Fragen sind:

  • Wer betreut Sie persönlich, und wer führt die Besichtigungen tatsächlich durch?
  • Werden Unterlagen bei den Ämtern selbst beschafft oder erwartet man das von Ihnen?
  • Wie wird vermarktet, über welche Kanäle, und wer erstellt Fotos, Grundriss und Text?
  • Wie und in welchem Rhythmus werden Sie über Anfragen und Rückmeldungen informiert?
  • Werden Interessenten vor der Besichtigung auf ihre Finanzierbarkeit angesprochen?

Wichtig ist außerdem die Erreichbarkeit in der heißen Phase. Ein Verkauf lebt davon, dass Anfragen zeitnah beantwortet werden. Wer erst nach Tagen zurückruft, verliert Interessenten an andere Objekte.

Qualifikation, Versicherung und Nachweise

Die Maklertätigkeit setzt in Deutschland eine gewerberechtliche Erlaubnis voraus; die zuständige Stelle bei Ihrer Gemeinde oder der Industrie- und Handelskammer gibt darüber Auskunft. Fragen Sie außerdem nach einer Berufshaftpflichtversicherung und nach der beruflichen Weiterbildung. Verbandsmitgliedschaften und Qualifikationsnachweise sind kein Garant für gute Arbeit, aber sie zeigen, dass jemand seinen Beruf als Beruf betreibt und nicht als Nebengeschäft.

Lassen Sie sich Referenzen zu vergleichbaren Objekten nennen. Nicht jede Immobilie ist gleich: Wer überwiegend Neubauwohnungen vermittelt, kennt den Umgang mit einem sanierungsbedürftigen Altbau oder einem Erbfall nicht zwingend. Fragen Sie konkret nach Fällen, die Ihrem ähneln, und danach, was daran schwierig war.

Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

Manche Signale sprechen für sich. Dazu gehört Druck bei der Unterschrift, etwa mit dem Hinweis, ein Interessent stehe bereits bereit. Ebenso ein Vertrag, den Sie nicht in Ruhe mitnehmen und lesen dürfen. Auch Kosten, die erst im Kleingedruckten auftauchen, oder Formulierungen, die eine Vergütung unabhängig vom Vermittlungserfolg vorsehen, gehören auf den Tisch, bevor Sie unterschreiben.

Ein weiteres Warnzeichen ist Beliebigkeit im Umgang mit Unterlagen. Wenn jemand meint, Grundbuchauszug, Teilungserklärung oder Energieausweis seien Formalien, die man später nachreichen könne, unterschätzt er die Fragen, die Käufer und deren Banken stellen werden. Ein erfahrener Makler beginnt mit den Papieren, nicht mit dem Inserat.

Fragen Sie schließlich nach der Vergütung, und zwar vollständig. Dazu gehört, wer sie schuldet, wann sie fällig wird und was sie abdeckt. Die Regeln dazu haben sich in den vergangenen Jahren verändert und unterscheiden sich je nach Art des Objekts und der Beteiligten; ein Anbieter, der Ihnen die für Ihren Fall geltende Regelung nicht in Ruhe erklären kann, arbeitet nicht sauber. Lassen Sie sich die Angaben schriftlich geben und im Zweifel vom Notar einordnen. Seriös ist, wer über Geld spricht, bevor Sie danach fragen müssen.

Fazit

Ein seriöser Makler macht sich überprüfbar. Er begründet den Preis mit Quellen, beschreibt seine Leistung schriftlich, weist Erlaubnis und Versicherung nach und lässt Ihnen Zeit für die Entscheidung. Führen Sie mehrere Erstgespräche, vergleichen Sie nicht die genannten Zahlen, sondern die Begründungen dahinter, und wählen Sie den Anbieter, dessen Weg Sie nachvollziehen können.

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