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Besichtigungen organisieren: Formate, Ablauf und Sicherheit

Eine Besichtigung ist kein netter Rundgang, sondern der Punkt, an dem sich entscheidet, wer als Käufer ernsthaft in Frage kommt. Deshalb beginnt sie nicht an der Haustür, sondern bei der Anfrage: Wer vorher klärt, mit wem er es zu tun hat, führt weniger und bessere Termine. Wer jeden hereinlässt, der schreibt, verbringt Wochenenden mit Menschen, die nur schauen wollten.

Vorqualifizierung: die Arbeit vor dem Termin

Vor der Terminvergabe gehört ein kurzes Gespräch. Es geht dabei nicht um Ausforschung, sondern um Passung: Warum interessiert das Objekt, wann soll gekauft werden, ist die Finanzierung geklärt oder zumindest angebahnt, ist ein bestehendes Objekt zu verkaufen. Diese Fragen sind zulässig und üblich, und wer sie nicht beantworten möchte, hat oft auch keine ernsthafte Absicht.

Sinnvoll ist, vor dem Termin die vollständigen Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Wer Grundriss, Energieausweis, Hausgeld und Zustandsangaben vorher gelesen hat, kommt mit konkreten Fragen und ohne falsche Erwartungen. Das verkürzt die Besichtigung und verbessert ihre Qualität.

Einzeltermin, Sammeltermin, digitale Vorstufe

Die Formate haben unterschiedliche Wirkungen:

  • Der Einzeltermin ist der Regelfall. Er erlaubt Ruhe, Fragen und einen ehrlichen Eindruck und ist bei erklärungsbedürftigen Objekten die einzig sinnvolle Form.
  • Der Sammeltermin führt mehrere Interessenten gleichzeitig durch das Objekt. Er spart Zeit, erzeugt aber Gedränge, verhindert Gespräche und wirkt auf viele Menschen abschreckend. Bei stark nachgefragten Objekten kann er dennoch angebracht sein.
  • Der digitale Rundgang ist eine Vorstufe, keine Besichtigung. Er filtert Interessenten von weiter weg vor und erspart Termine, die ohnehin nichts geworden wären.

Sammeltermine werden gelegentlich eingesetzt, um Druck zu erzeugen. Das ist durchsichtig und schadet dem Verhältnis zu genau den Menschen, mit denen man später verhandeln möchte.

Der Ablauf vor Ort

Legen Sie Termine so, dass das Objekt sich gut zeigt: bei Tageslicht, in der ruhigen Zeit des Tages, bei Räumen mit Abendsonne entsprechend später. Lüften Sie vorher, schalten Sie überall Licht an, räumen Sie Flure und Zugänge frei. Ein Objekt, das riecht oder in dem man über Kartons steigt, verliert an jeder Ecke.

Führen Sie in einer nachvollziehbaren Reihenfolge, beginnend mit dem stärksten Raum, und lassen Sie danach Zeit zum eigenen Umsehen. Wer ununterbrochen redet, verhindert genau den Moment, in dem sich jemand vorstellt, hier zu wohnen. Beantworten Sie Fragen sachlich, auch die unangenehmen, und sagen Sie, wenn Sie etwas nicht wissen; nachreichen ist besser als raten. Bekannte Mängel sprechen Sie von sich aus an.

Sicherheit, Datenschutz und Nachbereitung

Fremde Menschen im Haus sind ein Risiko, das sich einfach begrenzen lässt. Wertsachen, Schmuck, Bargeld, Dokumente und Schlüssel gehören weggeschlossen oder aus dem Haus. Persönliche Unterlagen und Post sollten nicht offen liegen. Führen Sie Besichtigungen nach Möglichkeit nicht allein durch, notieren Sie Name und Kontakt der Teilnehmenden und lassen Sie niemanden unbeaufsichtigt durch die Räume gehen.

Die erhobenen Daten unterliegen dem Datenschutz: Sie werden für die Vermarktung verwendet und nicht darüber hinaus. Fotografieren durch Interessenten ist ohne Ihre Zustimmung nicht selbstverständlich, insbesondere wenn das Objekt bewohnt ist.

Zur Nachbereitung gehört eine kurze Rückmeldung an alle Teilnehmenden, auch an die, die absagen. Deren Begründungen sind wertvoll: Wenn mehrere dasselbe nennen, ist das kein Zufall, sondern der Markt, der antwortet.

Halten Sie diese Rückmeldungen schriftlich fest, statt sich auf den Eindruck zu verlassen. Eine einfache Liste mit Datum, Teilnehmenden und der genannten Begründung zeigt nach wenigen Terminen ein Muster. Wird durchgehend der Zuschnitt genannt, ist am Ende der Preis das Thema, denn ein Grundriss lässt sich nicht ändern, ein Preis schon. Wird der Zustand genannt, brauchen Sie belastbare Angaben zum Aufwand. Kommt gar keine Rückmeldung, weil niemand erscheint, liegt es an Preis oder Darstellung.

Fazit

Gute Besichtigungen sind vorbereitet, qualifiziert und gesteuert. Klären Sie vorab die Ernsthaftigkeit, geben Sie Unterlagen im Voraus heraus, wählen Sie das passende Format, legen Sie Termine ins richtige Licht und sichern Sie Wertsachen. Und werten Sie die Rückmeldungen aus, denn sie sagen Ihnen früher als jede Statistik, ob Preis und Darstellung stimmen.

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